Was ist überhaupt ein Mentor?

Jeremias und sein Mentor Jochen Gabrisch

Als Jeremias an seiner Grundschule den Flyer von Big Brothers Big Sisters sah, wusste er sofort: Solch einen „großen Bruder“, der mit mir Fußball oder Tischtennis spielt, wünsche ich mir auch. Zuhause erzählte er seiner Mutter davon; sie war einverstanden und meldete ihren achtjährigen Sohn beim Mentorenprogramm in Frankfurt an.
Vor knapp fünf Monaten hat Jeremias dann seinen Mentor Jochen Gabrisch kennengelernt und schon eine ganze Reihe spannende Sachen mit ihm unternommen: Bei ihrem ersten Treffen sind sie zum Flughafen gefahren und haben sich die Flugzeuge angeschaut, Kakao getrunken und gewettet, welches Flugzeug als erstes startet. Inzwischen waren sie auf einem Abenteuerspielplatz, haben „Versteckenfangen“ gespielt und Museen besucht.
Für das nächste Mal haben die beiden sich vorgenommen, alte Häuser anzuschauen. Außerdem möchte Jeremias gerne ein Rennauto mit seinem Mentor bauen, das sie zusammen starten lassen können. Auf der Wunschliste steht auch noch, Granatsplitter zu backen – Jeremias hat schon ein Rezept dafür. Beide freuen sich schon darauf, was sie noch alles gemeinsam erleben werden.

"Er lässt sich nie aus der Ruhe bringen"

Daniel, 8 Jahre, erzählt, was ihm an seinem Mentor gefällt

An Anselm finde ich toll, dass er sich nie aus der Ruhe bringen lässt. Ich bin nämlich oft zappelig. Aber seit wir uns treffen, bin ich viel ruhiger geworden und kann auch besser mit anderen Kindern spielen. Wir machen viele neue Sachen zusammen. Anselm zeigt mir, wie Kampfsport geht und wie man angelt. Wir waren zusammen am Finkenbach und haben Forellen gefischt. Das hat Spaß gemacht.

"Sie kann so gut zuhören"

Cynthia, 11 Jahre, erzählt, was sie und ihre Mentorin zusammen unternehmen

"Am liebsten gehen Gabriele und ich zusammen ins Museum. Vor allem ins Technik-Museum, dort haben wir schon mal ein Flugzeugmodell designt und gebastelt. Jede Woche erzählen wir uns, was in der letzten Woche alles passiert ist. Das ist schön, weil sie so gut zuhören kann. Am tollsten fand ich es, als wir zusammen etwas gekocht haben, und den Nachtisch habe ich ganz alleine gemacht. Der hat super-lecker geschmeckt! Im Winter gehen auch wir Schlittschuhfahren. Das konnte ich am Anfang nicht, aber Gabriele hat es mir gezeigt."

Offen und undogmatisch


"Offen und undogmatisch miteinander umgehen, sich gegenseitig zuhören, voneinander lernen – das bedeutet für mich Integration. Mentoring ist gelebte Integration. Deshalb unterstütze ich Big Brothers Big Sisters gern." Lamya Kaddor, Religionspädagogin, Islamwissenschaftlerin, Autorin u.a. des Buches „Muslimisch-weiblich-deutsch! Mein Leben für einen zeitgemäßen Islam" und Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes e.V.

„Kinder sind neugierig und offen für neue Anregungen. Je mehr sie davon bekommen, desto leichter entdecken sie ihre eigenen Stärken und desto mehr trauen sie sich selbst zu. Deshalb arbeiten wir gern mit dem Mentorenprogramm Big Brothers Big Sisters Deutschland zusammen, denn Mentorinnen und Mentoren unterstützen die Kinder in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit.“
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Monika Lack, Rektorin der Karmeliterschule in Frankfurt